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Pflanzenschutzmeldung 10/2018

Datum: 17.10.2018



Merkblatt Gewässerrandstreifen

Das LTZ hat ein neues Merkblatt zu den Gewässerrandstreifen veröffentlicht.
Sie finden dieses Merkblatt hier:

Gewässerrandstreifen in Baden-Württemberg


Wintergerste

Früh gesäte Wintergersten sind in der Regel sehr anfällig für Virusinfektionen. Bei warmer Herbstwitterung können sich die Blattläuse und Zikaden grundsätzlich stark vermehren und die neuen Getreidesaaten infizieren und schädigen.

Zikaden sind dieses Jahr teilweise unterwegs.Mit einer gezielten Insektizidbehandlung können Wirkungsgrade von maximal 60-70 % erzielt werden. Ackerbauliche Maßnahmen sind daher zuallererst umzusetzen.

 

Gelbverzwergungsvirus

Der Gelbverzwergungsvirus wird von Blattläusen übertragen. Wichtige Virusquellen und Reservoire für Vektoren sind im Herbst infiziertes Ausfallgetreide, Mais (besonders Silomais) und ausdauernde Gräser auf Grünland und Feldränder, sowie Ungräser. Die Blattläuse nehmen die Viren beim Saugen an infizierten Pflanzen auf. In der Blattlaus findet eine Virusvermehrung statt. Noch im Herbst kann bei milder Witterung eine Virusübertragung auf die Kulturpflanzen erfolgen. Im Jugendstadium sind alle Getreidearten besonders virusanfällig. Das Infektionsrisiko ist bei frühen Wintergetreidesaaten wesentlich höher. Milde Herbstwitterung sowie eine frühzeitige Erwärmung im Frühjahr lassen eine starke Vermehrung der Krankheitsüberträger erwarten. Der Blattlausflug beginnt bei Temperaturen um 10-12 °C. Neben ackerbaulichen Vorbeugungsmaßnahmen (Vernichtung von Ausfallgetreide, Verzicht auf extreme Frühsaat, Pflege von Feldrainen und Wegrändern) kann eine Insektizidbehandlung ab dem 2-3 Blattstadium, evtl. kombiniert mit einer Herbizidanwendung, notwendig sein. Die Schwierigkeit bei der Anwendung von Insektiziden gegen Virusvektoren besteht darin, den richtigen Bekämpfungstermin zu ermitteln, da nur gezielte Bekämpfungsmaßnahmen gegen einen festgestellen Befall erfolgsversprechend sind. Ein Blattlausbefall kann am besten bei warmer Witterung an den Getreidekeimlingen beobachtet werden.

 

Weizenverzwergungsvirus

Zikaden übertragen den Weizenverzwergungsvirus. Weizen ist genauso anfällig wie Gerste, jedoch wegen seiner späteren Saatzeit im Herbst weniger gefährdet. Virusquellen sind auch hier Gräser der Ackerrandstreifen und des benachbarten Grünlands, sowie befallenes Ausfallgetreide. Die Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen sind dieselben wie beim Gelbverzwergungvirus.

 

Gelbmosaikvirus

Überträger ist ein bodenbürtiger Pilz, der jahrelang im Boden infektiös bleibt. Die gelben Befallsflächen verbreiten sich in der Wintergerste über die Jahre in Bearbeitungsrichtung. Hier können resistente Sorten angebaut werden.





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