Service-Navigation

Suchfunktion

Pflanzenschutzmeldung 12/2017

Datum: 20.10.2017

Wintergerste

Früh gesäte Wintergersten sind in der Regel sehr anfällig für Virusinfektionen. Bei warmer Herbstwitterung können sich die Blattläuse und Zikaden grundsätzlich stark vermehren und die neuen Getreidesaaten infizieren und schädigen.
Zikaden sind dieses Jahr teilweise unterwegs, der Blattlausdruck ist wesentlich geringer als im Vorjahr.
Mit einer gezielten Insektizidbehandlung können Wirkungsgrade von maximal 60-70 % erzielt werden. Ackerbauliche Maßnahmen sind daher zuallererst umzusetzen.

Gelbverzwergungsvirus
Der Gelbverzwergungsvirus wird von Blattläusen übertragen. Wichtige Virusquellen und Reservoire für Vektoren sind im Herbst infiziertes Ausfallgetreide, Mais (besonders Silomais) und ausdauernde Gräser auf Grünland und Feldränder, sowie Ungräser. Die Blattläuse nehmen die Viren beim Saugen an infizierten Pflanzen auf. In der Blattlaus findet eine Virusvermehrung statt. Noch im Herbst kann bei milder Witterung eine Virusübertragung auf die Kulturpflanzen erfolgen. Im Jugendstadium sind alle Getreidearten besonders virusanfällig. Das Infektionsrisiko ist bei frühen Wintergetreidesaaten wesentlich höher. Milde Herbstwitterung sowie eine frühzeitige Erwärmung im Frühjahr lassen eine starke Vermehrung der Krankheitsüberträger erwarten. Der Blattlausflug beginnt bei Temperaturen um 10-12 °C. Neben ackerbaulichen Vorbeugungsmaßnahmen (Vernichtung von Ausfallgetreide, Verzicht auf extreme Frühsaat, Pflege von Feldrainen und Wegrändern) kann eine Insektizidbehandlung ab dem 2-3 Blattstadium, evtl. kombiniert mit einer Herbizidanwendung, notwendig sein. Die Schwierigkeit bei der Anwendung von Insektiziden gegen Virusvektoren besteht darin, den richtigen Bekämpfungstermin zu ermitteln, da nur gezielte Bekämpfungsmaßnahmen gegen einen festgestellen Befall erfolgsversprechend sind. Ein Blattlausbefall kann am besten bei warmer Witterung an den Getreidekeimlingen beobachtet werden.

Weizenverzwergungsvirus
Zikaden übertragen den Weizenverzwergungsvirus. Weizen ist genauso anfällig wie Gerste, jedoch wegen seiner späteren Saatzeit im Herbst weniger gefährdet. Virusquellen sind auch hier Gräser der Ackerrandstreifen und des benachbarten Grünlands, sowie befallenes Ausfallgetreide. Die Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen sind dieselben wie beim Gelbverzwergungvirus.

Gelbmosaikvirus
Überträger ist ein bodenbürtiger Pilz, der jahrelang im Boden infektiös bleibt. Die gelben Befallsflächen verbreiten sich in der Wintergerste über die Jahre in Bearbeitungsrichtung. Hier können resistente Sorten angebaut werden.

Winterraps

Die Winterrapsbestände sind großteils sehr gut entwickelt. Teilweise sind Phomainfektionen sichtbar. Rapserdflohschäden spielten dieses Jahr wieder eine sehr untergeordnete Rolle.

Fußleiste